Gütesiegel für höchste internationale Standards im Gesundheitswesen verliehen

12.05.16
Mit der Zertifizierung der Krankenhäuser Oberwart und Güssing wurde bereits 2015 der erste Schritt gesetzt - mit der nunmehrigen Zertifizierung der Krankenhäuser Kittsee und Oberpullendorf konnte dieser Prozess der Verbundzertifizierung abgeschlossen werden.

„Alle vier KRAGES-Krankenhäuser haben sich dieser strengen Qualitätskontrolle ausgesetzt und haben bestanden. Wir arbeiten permanent an Verbesserungen in unseren Versorgungseinrichtungen. Dieses Gütesiegel steht für die hohe Qualität im burgenländischen Krankenanstaltenwesen. Der KTQ-Qualitätsbericht ist auch online veröffentlicht. Das ist gelebte Transparenz und eine wichtige Informationsquelle für PatientInnen und MitarbeiterInnen“, betonte Landeshauptmann Hans Niessl.

Aufgrund der großen Veränderungen im Gesundheitswesen ist der Nachweis eines internen Qualitätsmanagements für Krankenhäuser gesetzlich vorgesehen. Dazu Gesundheits- und Soziallandesrat Mag. Norbert Darabos: „Die KRAGES hat sich das Zertifizierungsverfahren KTQ entschieden, was so viel wie Kooperation für Transparenz und Qualität im Gesundheitswesen bedeutet.

Das KTQ-Verfahren ist das einzige, das speziell von Praktikerinnen und Praktikern aus den Krankenhäusern für den Einsatz in Krankenhäusern entwickelt wurde. Es ist im deutschsprachigen Raum federführend und erlaubt noch am ehesten den Vergleich zwischen verschiedenen Krankenhäusern. Es gibt ca. 2.000 zertifizierte Häuser im deutschsprachigen Raum, 35 davon in Österreich. KTQ hat eine hohe Akzeptanz bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Sämtliche Unterlagen stehen in deutscher Sprache zur Verfügung. Das ist eine große Erleichterung. Mit dem KTQ-Zertifizierungsverfahren wird einerseits die Qualität einzelner Fachabteilungen bewertet und zertifiziert, andererseits geht es auch um Prozesse, die genau durchleuchtet werden.“Das Verfahren besteht aus zwei Schritten: Erstens eine Selbstbewertung, in der das Krankenhaus das eigene Qualitätsmanagement unter die Lupe nimmt. Zweitens wird eine Fremdbewertung vorgenommen, bei der sich speziell geschulte KTQ Visitoren ein eigenes Bild vor Ort machen und detaillierte Rückmeldungen über Stärken und Verbesserungspotenziale geben. Das 3-köpfige externe, unabhängige Visitorenteam war von 4. bis 8. April 2016 in Kittsee und Oberpullendorf vor Ort, um alle Bereiche zu überprüfen und zu bewerten. Sie kamen zu dem Urteil, dass die visitierten Bereiche allen Anforderungen für die erfolgreiche Zertifizierung gerecht werden. Das KTQ-Verfahren bewertet nicht nur die Qualität einzelner Fachabteilungen, sondern die gesamte Leistung des Krankenhauses von der Aufnahme des Patienten bis zu dessen Entlassung bzw. Weiterversorgung.

Die Zertifizierung wird durch die Erteilung eines Zertifikats beurkundet. Die Gültigkeitsdauer diese Zertifikats ist auf drei Jahre begrenzt. Bei Ablauf der Gültigkeitsdauer wird eine neuerliche Prüfung fällig. Bei Erfolg wird die Gültigkeit um weitere drei Jahre verlängert, ansonsten verfällt das Zertifikat. Die erste gemeinsame Re-Zertifizierung aller 4 burgenländischen Krankenhäuser ist für den April 2018 geplant. 

Weiters haben die Krankenhäuser Oberwart und Güssing 2015 als erste weltweit das Deutsche Palliativsiegel erhalten. Nunmehr sind auch die Krankenhäuser Oberpullendorf und Kittsee nachgezogen und haben die Kriterien zur Erlangung des Palliativsiegels erfüllt. Ziel des „Deutschen Palliativsiegels®“, ist die Versorgungsqualität von Sterbenden und Schwerstkranken entlang reproduzierbarer Kriterien (Qualitätsmerkmale) zu bewerten und Krankenhäuser auszuzeichnen, die diese in gutem bzw. sehr gutem Ausmaß erfüllen. „Die Arbeit mit Sterbenden ist eine sehr aufreibende Arbeit. Die Auszeichnung mit dem Qualitätssiegel ist positiv - sowohl für das  externe als auch das internen Image des Krankenhauses. Das Siegel bescheinigt, dass interne Zuständigkeiten und Abläufe verbindlich reguliert werden. Ich bedanke mich bei allen, die dazu beigetragen haben, dass es zu diesen Auszeichnungen gekommen ist“, so Gesundheits- und Soziallandesrat Mag. Norbert Darabos abschließend.