„Mit lockerer Krawatte“ zur Prostatakrebs-Vorsorge

24.04.17
Bereits zum 3. Mal erinnert die Österreichische Krebshilfe gemeinsam mit der Österreichischen Gesellschaft für Urologie und dem Berufsverband der Urologen „mit der lockeren Krawatte“ alle Männer ab 45 an die Prostatakrebs-Vorsorge. „Loose Tie“ – die lockere Krawatte – ist das Erinnerungszeichen der Aktion zur Prostatakrebsvorsorge.

Nur 34% der Männer über 40 Jahre gehen zur Untersuchung
„Die Loose Tie Aktion ist die erste große Kampagne, die sich an den selbstbewussten Mann richtet und ihn an etwas erinnert, worauf man auch unabsichtlich vergisst: Eine Vorsorgeuntersuchung, für die man nur einige Minuten aufwenden muss, die aber lebensrettend sein kann“, so Gesundheitslandesrat Norbert Darabos. Vorsorge sei wichtig und deshalb unterstütze das Land diese Aktion sehr gerne. Noch immer würden Männer leider noch viel zu wenig auf sich schauen, so der Gesundheitslandesrat: „Prostatakrebs ist mit 4.500 Erkrankungen jährlich die häufigste Krebserkrankung beim Mann in Österreich. Rund 1.100 Männer sterben pro Jahr daran.“ Obwohl 78 % der über 40 jährigen Männer die Möglichkeit der Untersuchung zur Früherkennung von Prostatakrebs kennen, haben nur 34 % von ihnen diese Untersuchung auch tatsächlich bereits einmal durchführen lassen (Quelle: Spectra, Krebs in Österreich, 2015).

Sich für die Früherkennung Zeit zu nehmen
Im Frühstadium zeigt Prostatakrebs keine Symptome. „Daher ist es wichtig, dass Männer ohne familiäre Veranlagung ab 45 zur Prostatakrebs-Vorsorge gehen. Die wissenschaftlichen Erkenntnisse der letzten Jahre zeigen uns, wie wichtig es ist, sich für die Früherkennung Zeit zu nehmen, denn nur rechtzeitig erkannte Tumore können geheilt werden. Männer ab 45 sollten darüber Bescheid wissen und sich vom Arzt beraten lassen“, rät Darabos. Das Wichtigste sei, dass die Erkrankung so früh wie möglich erkannt und die Tumoreigenschaften festgestellt werden. Prostatakrebs verursache im Frühstadium keine Beschwerden, erklärt Prim. Dr. Gottfried Pfleger von der Urologie im Krankenhaus Oberwart. Deshalb sei eine urologische Erstuntersuchung mit Bestimmung des PSA-Wertes  mit dem 45. Lebensjahr für alle Männer empfohlen, bei Prostatakarzinom in der Familie bereits mit dem 40. Lebensjahr.
Bei frühzeitiger Diagnosestellung könne das weitere Vorgehen individuell mit dem Patienten geplant werden. „Es ist nämlich nicht für jedes Prostatakarzinom eine sofortige Behandlung notwendig. Gewisse Formen benötigen nur eine regelmäßige Kontrolle. Außerdem ist  Prostatakrebs bei rechtzeitiger Diagnosestellung und Therapie heilbar“, so Pfleger. Leider seien viele Männer zu beschäftigt für zusätzliche Termine oder würden keinen Grund sehen, ohne Beschwerden einen Arzt aufzusuchen. „Die Österreichische Krebshilfe hat deshalb gemeinsam mit der Österreichischen Gesellschaft für Urologie und dem Berufsverband der Urologen die Aktion „Loose Tie“ ins Leben gerufen. Diese Initiative wird auch von der Urologischen Abteilung des KH Oberwart unterstützt.

Prostatakarzinome sind die häufigsten bösartigen Erkrankungen des Mannes. Jährlich erkranken ca. 4.500 Österreicher an diesem Karzinom, mehr als 1.000 versterben jedes Jahr daran“, so Pfleger.
Das wolle man mit unserer Loose Tie Aktion ändern und appelliere „mit der lockeren Krawatte an alle Männer, sich Zeit für diesen wichtigen Termin zu nehmen“, betont Mag. Andrea Konrath, Geschäftsführerin Österreichische Krebshilfe Burgenland.  „Es ist mir ein großes Anliegen, mit unserer Loose Tie Aktion möglichst viele Männer zu erreichen und ihnen - auf sympathische Art und Weise und ganz ohne erhobenen Zeigefinger – die Wichtigkeit der Prostatakrebs-Vorsorge näher zu bringen“, so Konrath.

 

Foto: Gesundheitslandesrat Mag. Norbert Darabos mit Mag.a Andrea Konrath, Geschäftsführerin Österreichische Krebshilfe Burgenland, Prim. Dr. Gottfried Pfleger, Urologie KH Oberwart, Prim. Dr. Herbert Gruber, Abteilungsvorstand Anästhesie und Intensivmedizin KH Oberwart, Pflegedirektor DGKP Andreas Schmidt, Msc, Ing. Johann Nestlang, Kaufm. Direktor KH Oberwart