Außerordentliche CoViD-19-Station Bad Tatzmannsdorf ist startklar

3.04.20

KRAGES und Kurbad AG: gemeinsame Vorsorge für das Burgenland, Entlastung der Spitäler - Für CoViD-19-positive Menschen, die keine oder leichte Symptome zeigen, deswegen keinen Spitalsaufenthalt mehr benötigen, aber nicht in Heimquarantäne können - Erste Ausbaustufe: 15 Betten in Kuranstalt - Start-Team: fünf ÄrztInnen, acht Pflegepersonen, sechs MedizinstudentInnen - Weiterer Ausbau nach Bedarf

Die außerordentliche CoViD-19-Station in Bad Tatzmannsdorf ist ab Montag, 6. April 2020, startklar. Betrieben wird die Station von der Burgenländischen Krankenanstalten-Ges.m.b.H. in Kooperation mit der Kurbad Tatzmannsdorf AG im südburgenländischen Kurort.

Beide Unternehmen sind Töchter der Burgenländischen Landesholding. „Die Zusammenarbeit und das Engagement der handelnden Personen war vorbildhaft“, sagt Landesholding-Geschäftsführer Mag. Hans Peter Rucker, „es hat uns ermöglicht, rasch und unbürokratisch zu agieren. Das ist in der Coronakrise das Um und Auf.“

Hans Peter Rucker ist auch designierter interimistischer Geschäftsführer der KRAGES. Er übernimmt wie geplant Mitte April interimistisch die Geschäftsführung der KRAGES von Harald Keckeis, da dieser aus familiären Gründen in sein Heimatbundesland Vorarlberg zurückkehrt.

Zuweisung ausschließlich durch Ärzte – Bescheid des Landes

„Wir sorgen damit vorausschauend für das Burgenland vor“, sagt Hans Peter Rucker „zum jetzigen Zeitpunkt haben wir noch ausreichend Kapazitäten in unseren Krankenanstalten.“

In der Station Bad Tatzmannsdorf sollen in Abstimmung mit den Landesbehörden jene Patientinnen und Patienten aufgenommen werden können, die positiv auf CoViD-19 getestet worden sind, keine Spitalsversorgung brauchen, aber aus gewissen Gründen nicht in Heimquarantäne bleiben können – etwa weil jemand, der zu einer Risikogruppe zählt, im selben Haushalt wohnt. „Wichtig ist: Es entscheiden Ärzte und die zuständigen Behörden, wer in der Versorgungseinheit aufgenommen wird. Man kann sich sozusagen nicht selbst einweisen“, so Rucker, „wir werden die burgenländischen Spitäler jedenfalls entlasten, damit diese die schwereren Fälle versorgen können.“ Jene Menschen, die an CoViD-19 erkrankt sind und im Spital behandelt worden sind und die noch nicht ganz gesund, jedoch wieder auf einem guten Weg der Besserung sind, könnten ebenfalls noch in Bad Tatzmannsdorf aufgenommen werden, bevor sie wieder nach Hause gehen.

Engagierte Zusammenarbeit von Landesunternehmen

Die Leitung des 5-köpfigen medizinischen Teams in der außerordentlichen CoViD-19-Station Bad Tatzmannsdorf verantwortet Dr. Tobias Conrad. Die Ärztinnen und Ärzte der Versorgungseinheit werden von der Kurbad AG gestellt. Die Pflegeleitung obliegt DGKP Susanne Ursli, MSc, vom  Qualitätsmanagement der KRAGES. Unterstützung in Verwaltungsbereichen etwa bei Küche und Facility Management kommt vom Kurbad-AG-Vorstandschef Dr. Leo Schneemann.

In einer ersten Ausbaustufe stehen ab der zweiten Aprilwoche im Kurhotel 15 Betten zur Verfügung. Die Kapazität wird bei Bedarf laufend erweitert. Mit den fünf Ärzten arbeiten acht Pflegepersonen in der Station. Auch mit sechs MedizinstudentInnen wurden Verträge abgeschlossen. Sie werden hier Praktika absolvieren.

Weiterhin gilt: „Zusammen pack ma’s“ – helfende Hände gesucht

In Eisenstadt bauen die Barmherzigen Brüder eine temporäre Krankenanstalt auf. Gemeinsam mit dem KH Eisenstadt sucht die KRAGES nach wie vor unter dem Motto „Zusammen pack ma’s!“ helfende Hände für ihre alle Einrichtungen. Der erste Aufruf war ein Erfolg: Im Nordburgenland haben sich mehr als 90 Personen gemeldet, im Südburgenland knapp 70, davon jeweils deutlich mehr als ein Drittel Menschen aus Gesundheitsberufen wie ÄrztInnen, Pflegepersonen und andere.

Die burgenländischen Spitäler appellieren weiterhin an alle Interessierten: Wenn Sie nicht älter als 65 Jahre alt sind, sich gesund und fit fühlen und jetzt in der Corona-Krise sinnvoll helfen wollen, können Sie sich hier melden: Anmeldung

 

Foto: v.l.n.r.: Dr. Tobias Conrad, DGKP Susanne Ursli, MSc und Dr. Leo Schneemann