Burgenländische Spitäler: Ab 4. Mai beginnt Nachholen abgesagter Untersuchungen

30.04.20

KRAGES und Barmherzige Brüder abgestimmt - Erster Schritt: verschobene MR- und CT-Untersuchungen werden nachgeholt - Nächste Schritte: zuvor abgesagte Eingriffe und Untersuchungen werden nachgeholt, Beginn: je nach Standort und Abteilung im Laufe des Mai - PatientInnen werden aktiv kontaktiert - In Spitalsambulanzen nur mit Termin - Distanzregeln, Besuchsbeschränkungen, Zugangskontrollen und Maskenpflicht bleiben bis auf weiteres - Landeshauptmann Doskozil: „Rückkehr zum Normalbetrieb im Burgenland mit Sorgfalt und Bedacht, wie schon bisher im Verlauf der Corona-Pandemie“

Die fünf burgenländischen Spitäler setzen ab Montag, 4. Mai 2020, die ersten Schritte zurück in Richtung „Normalbetrieb“. Die  Burgenländischen Krankenanstalten Ges.m.b.H. (KRAGES) und das Krankenhaus der Barmherzigen Brüder in Eisenstadt agieren auch dabei abgestimmt – untereinander, sowie mit den Behörden, wie bisher bei allen CoViD-Maßnahmen.

Begonnen wird in der Radiologie. Ab 4. Mai werden zunächst die im März verschobenen ambulanten, nicht akuten MRT- und CT-Termine an den Standorten Eisenstadt, Oberwart, Güssing und Kittsee nachgeholt. Die Spitäler kontaktieren dazu aktiv die Patientinnen und Patienten. Vorerst werden noch keine neuen Termine vergeben.

Dank an Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Kampf gegen CoViD-Krise
Landeshauptmann Hans Peter Doskozil, in der burgenländischen Landesregierung zuständig für das Spitalswesen, sagt zum kontrollierten Wiederhochfahren des Angebots im Burgenland: „Es hat sich in dieser schwierigen Zeit gezeigt, wie wichtig es ist, dass die fünf burgenländischen Krankenhäuser in dieser Form gesichert waren und dass sie gut aufeinander abgestimmt sind – so wie wir es in unserem ’Masterplan Burgenlands Spitäler’ auch vorgesehen haben. Die Zusammenarbeit zwischen Land und Spitälern hat sehr gut funktioniert. Als Landeshauptmann will ich mich bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in den fünf Krankenhäusern für Ihren unglaublichen Einsatz bei der Bewältigung der CoViD-Krise bedanken. Jetzt geht es um die Rückkehr in den Normalbetrieb. Auch diese werden wir vorausschauend gestalten, mit Sorgfalt und Bedacht. Dabei wägen wir, wie bisher ständig im Verlauf der Coronavirus-Pandemie, bewusst ab – zwischen dem Wunsch nach Normalität, den nach wie vor bestehenden Risiken und allen notwendigen Sicherheitsmaßnahmen.“

Dringliche Untersuchungen
Über die Dringlichkeit der Untersuchungen und damit über die Reihenfolge befinden die behandelnden ÄrztInnen. In der ersten Phase können etwas längere Wartezeiten entstehen – auch wegen strengerer Hygiene- und Schutzmaßnahmen.

Wie auch in den vergangenen Wochen während der Corona-Krise bleibt selbstverständlich aufrecht, dass akute MRT-Untersuchungen zwischen zuweisenden ÄrztInnen und RadiologInnen in ihrer Dringlichkeit besprochen und wenn notwendig auch direkt und rasch vereinbart werden können.

Nachholen abgesagter Eingriffe
Ab Anfang Mai werden – unter Beobachtung und Evaluierung der Entwicklung der Corona-Fallzahlen – die burgenländischen Spitäler die davor abgesagten Eingriffe, je nach Standort und Abteilung, nachgeholt. Hier geht es beispielsweise um geplante Operationen oder endoskopische Untersuchungen (Koloskopie/Darmspiegelung, Gastroskopie/Magenspiegelung).
 
Wichtig ist dabei: Die Patientinnen und Patienten, die bereits im März Termine hatten, werden aktiv kontaktiert und bekommen einen neuen Termin. Auch hier beurteilen die behandelnden Ärztinnen und Ärzte die Dringlichkeit.

Alle Patientinnen und Patienten werden bei der Voruntersuchung auf eine Coronavirus-Infektion getestet.

Hochfahren Schritt für Schritt
Hans Peter Rucker, Geschäftsführer der KRAGES, sagt dazu: „In der jetzt startenden Phase geht es vorerst darum, zuvor abgesagte Untersuchungen und Eingriffe nachzuholen, auf die viele Menschen schon warten. Das passiert nun ab Mai. Wir werden alle Betroffenen von uns aus kontaktieren und neue Termine vereinbaren. Im nächsten Schritt erst werden wir die Leistungen weiter hochfahren – immer mit einem Blick auf die Entwicklung der CoViD-Zahlen.“

Sicherstellung der Versorgung, Einhaltung der Vorkehrungen
Robert Maurer, Gesamtleiter des KH Barmherzige Brüder Eisenstadt: „Wir werden mit einer kontrollierten Öffnung schrittweise zu einem Normalbetrieb zurückkehren. Das wird eine bestimmte Zeit in Anspruch nehmen. Oberste Prämisse bleibt die Sicherstellung der Versorgung und die Einhaltung der strengen Sicherheitsvorkehrungen, um Patienten und Mitarbeiter nicht zu gefährden.“
Maßgebend für die Umsetzung jeder geplanten Maßnahme zur schrittweisen Öffnung ist jedenfalls die laufende Entwicklung der Erkrankungszahlen.

Schutzmaßnahmen bleiben aufrecht
Die fünf burgenländischen Spitäler haben sehr früh auf die Pandemie reagiert. Dank dieser konnte ein weiteres Ausbreiten des Virus in den Krankenhäusern bisher gut und effektiv verhindert werden. Auch im Prozess des stufenweisen Hochfahrens des Programms bleiben die Coronavirus-Schutzbestimmungen bis auf weiteres aufrecht:

  • Wenn CoViD-19-Symptome wie Husten, Atemnot, Fieber auftreten, gilt nach wie vor: nicht gleich ins Spital fahren, zuallererst zu Hause bleiben und das Gesundheitstelefon 1450 anrufen. 
  • Die Besuche in Krankenhäusern bleiben bis auf wenige Ausnahmen eingeschränkt.
  • Die Väterregelung bei Geburten bleibt aufrecht.
  • Das Spitalspersonal muss im Patientenkontakt FFP2-Atemschutzmasken tragen, alle anderen müssen in den Spitälern zumindest einen Mund-Nasenschutz verwenden.
  • In den Spitälern gilt für alle: Hände so oft wie möglich desinfizieren, Abstände so weit wie möglich einhalten, Zahl der Kontakte auf das notwendigste reduzieren.
  • Auf den Gängen und in den Wartebereichen ist ein Abstand von mindestens 1,5 Metern zu halten.
  • Vor den Eingängen werden alle, die ins Spital kommen, auf CoViD-19 erstriagiert, damit Verdachtsfälle weiterhin möglichst früh erkannt werden.
  • Die Spitäler testen weiter regelmäßig ihr Personal in ausgewählten Bereichen auf CoViD-19-Infektionen.
  • Die speziell eingerichteten Stationen für Corona-Verdachtsfälle bleiben an allen Standorten bestehen. 

ORF-Burgenland Bericht dazu: https://burgenland.orf.at/stories/3046865/