Burgenland lockert für Schulen und Handel unter strengsten Sicherheitsvorkehrungen und mit wissenschaftlicher Begleitung

14.04.21

Das Land Burgenland wird die derzeit geltenden COVID-19-Schutzmaßnahmen wie geplant bis am Sonntag aufrechterhalten und am kommenden Montag, dem 19. April, den Lockdown beenden, gab LH Hans Peter Doskozil heute bekannt. Der Handel wird wieder geöffnet und an den Schulen wird es Präsenzunterricht geben. „Wir haben uns die Entscheidung sicherlich nicht leicht gemacht. Das Burgenland kann bei der Sieben-Tages-Inzidenz und den täglichen Fallzahlen eine perfekte Entwicklung verzeichnen und ist unter den Top-3-Bundesländern, was diese Entwicklung betrifft. Der Rücklauf wird sich zeitverzögert auf die Auslastung der Spitäler und die derzeit noch hohe Auslastung der Intensivstationen auswirken“, betonte LH Doskozil. Die flächendeckenden Testungen sollen massiv intensiviert und die Öffnung wissenschaftlich begleitet werden.

Erstmals seit 8. März 2021 ist die Zahl der aktuell infizierten Personen im Burgenland wieder 3-stellig, sie ist laut dem Koordinationsstab des Landes auf 993 gesunken. Bei der 7-Tages-Inzidenz liegt das Burgenland aktuell bei 190,9. „Die Richtung stimmt, daher möchten wir der Bevölkerung eine Perspektive bieten und nachhaltige Konzepte für eine sichere Öffnung im Burgenland schaffen. Sollte die Entwicklung dennoch möglicherweise eine andere sein, muss die Stopptaste gedrückt werden“, so Doskozil zur Beendigung des Lockdowns. Der Landeshauptmann kündigte zudem an, Schulkinder dreimal pro Woche und Lehrkräfte zweimal pro Woche zu testen. In Kooperation mit der Wirtschaftskammer wird es in Betrieben ebenfalls zwei Mal pro Woche die Möglichkeit zur Testung geben.

Darüber hinaus werden Neusiedl und Parndorf eine eigene Modell-Testregion, gab Doskozil heute ebenfalls bekannt. Unterstützung bekommt er bei diesem europaweit einzigartigen Testregion-Projekt vom renommierten Wissenschaftler der Medizinischen Universität Wien, Prof. Dipl.-Ing. Dr.med. Hans-Peter Hutter. „Erklärtes Ziel ist es, in der Region so viele Menschen wie möglich zweimal wöchentlich zu testen. Damit soll ein umfassendes und aktuelles Lagebild entstehen“, betonte Hutter. Wichtig sei dabei, dass die Bevölkerung die Maßnahmen mittrage.

Froh über die getroffene Entscheidung zeigte sich der Präsident der Wirtschaftskammer Burgenland, Ing. Peter Nemeth. Er appellierte an die Unternehmen, sich an den Testungen zu beteiligen. Denn man könne die Pandemie nur dann bewältigen, wenn es einen gemeinsamen Schulterschluss gebe. Ziel sei es, dass in den Betrieben zwei Mal wöchentlich beaufsichtigte Selbsttests stattfinden, für die kein medizinisches Personal benötige werde.

„Die burgenländischen Spitäler befinden sich derzeit noch im Notbetrieb. Unser Ziel ist es jedoch, ab Mitte Mai wieder in den Normalbetrieb wechseln zu können“, erklärte KRAGES Geschäftsführer Mag. Hubert Eisl. Der Inzidenz-Höhepunkt sei bereits am 27./28. März erreicht worden, seither sei die Inzidenz sowie auch die Zahl der Neuinfektionen im Sinken begriffen. Der Inzidenz-Höhepunkt spiegelt sich zeitverzögert auf den Intensivstationen wider, wo mit 28 Patienten aktuell ein neuer Höchststand zu verzeichnen ist. Eisl geht jedoch davon aus, dass auch hierbei der Höchststand diese Woche erreicht werde oder bereits erreicht sei und die Zahlen in weiterer Folge sinken werden. 
 
Foto: Prof. Dipl.-Ing. Dr.med. Hans-Peter Hutter, Medizinische Universität Wien, Zentrum für Public Health, Ing. Peter Nemeth, Präsident Wirtschaftskammer Bgld., Landeshauptmann Hans Peter Doskozil und KRAGES Geschäftsführer Mag. Hubert Eisl, MBA