Coronavirus: die jüngsten Maßnahmen in den KRAGES-Spitälern

18.03.20

Neue Zugangsregelungen vor den Spitälern mit Erstbegutachtung, bitte Hinweise des Personals beachten – nicht akute und geplante Operationen sowie nicht dringliche Ambulanzen und Untersuchungen verschoben – keine Besuche, nur in begründeten Ausnahmefällen

Die burgenländischen Spitäler in Eisenstadt, Oberwart, Oberpullendorf, Güssing und Kittsee setzen eine Reihe von Maßnahmen gegen die Verbreitung des Coronavirus. Die Burgenländische Krankenanstalten-Ges.m.b.H und das Krankenhaus der Barmherzigen Brüder Eisenstadt sind danbei miteinander und mit dem Koordinationsstab Coronavirus des Landes Burgenland abgestimmt.

Gemeinsames Ziel ist es, die Bevölkerung des Burgenlandes trotz der Maßnahmen gegen den Coronavirus in Notfällen und bei akuten Erkrankungen in Wohnortnähe verlässlich versorgen und behandeln zu können.

 

Die Maßnahmen sind:

 

Begutachtung ("Triage") beim Eingang: so früh wie möglich Verdachtsfälle erkennen

Sowohl im Krankenhaus der Barmherzigen Brüder in Eisenstadt sowie vor den Standorten der landeseigenen Burgenländischen Krankenanstalten-Ges.m.b.H. (KRAGES) sind ab 19. März die Zugänge neu geregelt. Ziel ist, mit einer so genannten Ersttriage CoViD-19-Verdachtsfälle frühzeitig zu erkennen. Betroffene Personen können dann entsprechend behandelt werden, wobei gleichzeitig die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Spitals geschützt werden. Die Grundversorgung der Menschen im Burgenland durch die Akutspitäler wird damit zusätzlich gesichert.

 

Die KRAGES-Krankenhäuser regeln die Zugänge über gesonderte Bereiche. Auf diese wird vor dem Eingang hingewiesen. Der von der KRAGES beauftragte Ordnungsdienst wird daher alle Personen, die die Spitäler in Oberwart, Oberpullendorf, Güssing und Kittsee betreten wollen, ersuchen sich zu diesen Bereichen zu begeben. Auch hier wird versucht, Verdachtsfälle einzuschätzen, noch bevor sie das Krankenhauses betreten. Je früher ein CoViD-19-Verdachtsfall auffällt, um so zielgerichteter kann sich das Personal darauf einstellen und richtig reagieren, damit sich niemand ansteckt.

Harald Keckeis, Geschäftsführer der KRAGES sagt: „Uns ist bewusst, dass es zu ungewohnten Wartezeiten vor dem Spital kommen kann. Wir haben aber gerade in krisenhaften Zeiten als Spitäler eine besondere Verantwortung, unsere Patientinnen und Patienten, und auch unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bestmöglich zu schützen. Diese leisten derzeit gerade Unglaubliches und stehen im Fokus des Kampfes gegen das Coronavirus im Burgenland. Ich bin mir sicher, das ist ein paar Minuten Wartezeit wert.“

Akutordinationen in den KRAGES-Spitälern sind derzeit geschlossen

Um einer weiteren Verbreitung des Coronavirus – besonders in den Krankenanstalten – entgegenzuwirken, ist es laut dem Land Burgenland erforderlich, sämtliche Akutordinationen im Burgenland zu schließen. Diese Maßnahme - die zwischen allen beteiligten Institutionen wie Ärztekammer und Gesundheitskasse abgestimmt wurde - dient ebenfalls dem Schutz des Gesundheitssystems. Die ärztliche Versorgung zwischen 17 und 22 Uhr ist durch die sieben Visitenärzte im Burgenland weiterhin gesichert. Die Visitenärzte sind über die Nummer 141 telefonisch erreichbar. 

Nicht dringliche Ambulanztermine wurden verschoben

Die Burgenländischen Krankenanstalten-Ges.m.b.H (KRAGES) und das Krankenhaus Barmherzige Brüder Eisenstadt reduzieren bereits seit 16. März 2020 alle klinisch nicht dringlichen Termine in sämtlichen Spitalsambulanzen.

Die Patientinnen und Patienten werden über Terminabsagen von den Krankenhäusern telefonisch kontaktiert und informiert. Die Ambulanzen vereinbaren zurzeit keine neuen Termine mehr. Auch alle nicht dringlichen radiologische Untersuchungen (MR, CT) sowie nicht akute Vorsorgeuntersuchungen wie beispielsweise Endoskopie sind bis auf weiteres abgesagt.

Die Maßnahmen gelten für alle fünf burgenländischen KH-Standorte (Eisenstadt, Oberwart, Oberpullendorf, Güssing, Kittsee), vorerst bis nach Ostern.

 

Verschieben nicht akuter, geplanter Operationen

Die Zahl der elektiven – also planbaren und nicht akuten – Eingriffe ist reduziert worden.

Zu unterstreichen ist dabei: Verschoben werden ausschließlich nicht akute Fälle. Beispielsweise lebensbedrohlich Erkrankte oder Patienten mit einer Krebserkrankung sind selbstverständlich nicht betroffen. Es soll kein gesundheitlicher Schaden durch die Verschiebung einer Operation entstehen


Bis auf weiteres keine Besuche in Spitälern

Bis auf weiteres sind generell keine Besuche mehr in den burgenländischen Krankenhäusern gestattet. Die Maßnahmen dienen dem vorbeugenden Schutz der Bevölkerung, insbesondere aller Patientinnen und Patienten sowie der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Spital.

Jeder, Besucher, Patient, Mitarbeiter, wird ersucht, den diesbezüglichen Anweisungen des befugten Personals im Krankenhaus auf jeden Fall Folge zu leisten.

  • Ausnahmen sind auf Palliativ-Stationen, Intensivstationen und Kinderstationen vorgesehen. Hier sind Besuche für je eine Person bzw. die Eltern von Kindern gestattet.
  • Bei Patienten mit schweren Erkrankungen (z.B. in der Onkologie) können in Abstimmung mit der Anstaltsleitung bzw. der Station individuelle Ausnahmen vereinbart werden.
  • In den Ambulanzen ist die Begleitung von bedürftigen Patientinnen und Patienten durch eine Person gestattet.

Achtung: Registrierungspflicht für Besucher bei Ausnahmen

Laut den Vorgaben der Burgenländischen Landesregierung muss auch die KRAGES ein Besucherprotokoll führen. Das heißt: Jene Besucherinnen und Besucher, die unter die Ausnahmebestimmungen fallen und einen Patientin oder einen Patienten besuchen, müssen Ihre Daten (Name, Wohnadresse, Telefonnummer, Zweck des Besuches, jüngste Auslandsreisen) beim Portier bekannt geben. 

Patientinnen und Patienten können alle Möglichkeiten der Online-Kommunikation nutzen. In den Krankenhäusern besteht die Möglichkeit des Internetzugangs.

Den Patientinnen und Patienten etwas ins Spital bringen

Wenn Sie stationär aufgenommenen Patientinnen oder Patienten Ersatzkleidung, Hygieneartikel, Mitbringsel und Geschenke bringen wollen: Unsere Portiere nehmen diese entgegen und versehen sie mit Laufzetteln mit dem Namen der Personen, für die die Sachen bestimmt sind. Der krankenhausintere Hol- und Bringdienst wird diese an die Adressaten verteilen.

 

Bei Symptomen: Zu Hause bleiben, Gesundheitstelefon 1450 anrufen

Ganz wichtig zu betonen ist es nach wie vor, dass Menschen mit Symptomen wie Husten, Halsweh, Fieber und Atembeschwerden nicht ins Krankenhaus in die Ambulanzen oder in Arztpraxen kommen sollen. Insbesondere ergeht die Bitte an jene Personen, die in den letzten 14 Tagen in einem Corona-Risikogebiet (beispielsweise Italien, China, Indien oder dem Iran) waren: Bleiben Sie zu Hause und rufen Sie die telefonische Gesundheitsberatung unter der Nummer 1450 an. Dort nimmt speziell geschultes Fachpersonal Ihre Anfragen entgegen und besprechen mit Ihnen die weitere Vorgehensweise.

Testabstriche beispielsweise werden behördlich angeordnet und bei Ihnen zu Hause gemacht. Das mobile Fachpersonal vom Roten Kreuz ist dafür im ganzen Burgenland mit zwei bis drei Fahrzeugen unterwegs. Bitte kommen Sie dazu nicht ins Krankenhaus. Sollte Ihr Test positiv sein, bleiben Sie auch zu Hause. Die zuständige Bezirksbehörde kümmert sich um alles weitere. Sollte sich Ihr Gesundheitszustand verschlechtern, teilen Sie das über 1450 mit. Ein Arzt entscheidet dann, ob Sie in ein Krankenhaus aufgenommen werden müssen. Sollten Sie als bestätigt infizierte Person vom Arzt als krankenanstaltbedürftig eingestuft werden, wird für Ihren Transport ins Spital gesorgt.

Unsere nachdrückliches Ersuchen ist: Bitte halten Sie sich an diese Vorgaben. Sie schützen damit Ihre Mitmenschen. Sie tragen damit dazu bei, dass unsere Krankenhäuser ihre Aufgaben erfüllen können.