Kürzere Wartezeiten auf Schlaflabor-Untersuchung in Oberpullendorf

26.11.19

Mittelburgenländisches KRAGES-Spital bietet eine im Burgenland einzigartige Einrichtung – ab sofort können bis zu 700 Patientinnen und Patienten pro Jahr behandelt werden – deutlich geringere Wartezeiten

Schlafbezogene Atmungsstörungen – so genannte Schlaf-Apnoen, aber auch andere Schlafstörungen – nehmen zu. Es wird geschätzt, dass bis zu jeder zehnte in Österreich darunter leidet. Die Diagnose- und Behandlungsmethoden der Schlafmedizin haben sich aber auch merkbar weiterentwickelt.

Die Burgenländischen Krankenanstalten haben nur auf den steigenden Untersuchungsbedarf reagiert: Im Krankenhaus Oberpullendorf sind nunmehr drei Messplätze statt bisher einem im Schlaflabor der Abteilung für Innere Medizin eingerichtet.

Damit können ab sofort 650 bis 700 Patientinnen und Patienten pro Jahr per Polysomnographie untersucht werden. Die Polysomnographie ist die umfangreichste Untersuchung des Schlafes einer Person – über eine ganze Nacht werden Körperfunktionen wie Hirnstrombild, Herzrhythmus, Sauerstoffgehalt des Blutes, Atemfluss, Muskelspannung und Körperbewegungen gemessen und aufgezeichnet.

Diese Verdreifachung der bisherigen Kapazität bringt mit sich, dass die Wartezeiten auf eine Untersuchung deutlich reduziert worden sind. Bisher musste man mitunter mit bis zu einem Jahr Wartezeit rechnen. Dies soll jetzt auf rund zwei Monate reduziert werden. Für Fälle, die vom behandelnden Arzt als dringend eingestuft werden, soll die Wartezeit lediglich vier Wochen betragen.

100.000 Euro in neue Geräte investiert
Das Oberpullendorfer Schlaflabor ist die einzige Einrichtung seiner Art im Burgenland. Es wurde Ende der 1990er Jahre an der Internen Abteilung mit einem Bett gestartet. Nach mehrmaligen Akkreditierungen durch die österreichische Schlaflaborgesellschaft und dem stetig steigenden Bedarf hat die KRAGES im Zuge der Sanierung der Bettenstationen der Internen Abteilung 2019 das Schlaflabor auf drei Betten mit drei Messeinheiten erweitert. Investiert hat das KH Oberpullendorf für diese Erweiterung rund 180.000 Euro, wobei alleine 100.000 Euro in medizinische Geräte und Überwachungssysteme geflossen sind. 

Neue Regelung für Vorbefunde
Mit dem neuen Schlaflabor und im Sinne kürzerer Wartezeiten auf ein Schlaflabor-Bett hat die KRAGES auch das Erstellen der erstmaligen Befunde von Schlafstörungen neu organisiert. Die Erstbefunde müssen nun von einem niedergelassenen Facharzt eingeholt werden. Das heißt: Für die Anmeldung einer umfassenden Polysomnographie im Krankenhaus Oberpullendorf benötigt man einen vorhergehenden Befund und die Überweisung durch einen niedergelassenen Facharzt. Die Liste der niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte, die solche Untersuchungen (Polygraphie) anbieten, findet sich in den Praxen der Hausärzte und der internen Fachärzte.

Diese neue Regelung bringt einen raschen und effizienten Patientendurchlauf für Voruntersuchung, Diagnosenacht, Maskenanpassung und Kontrollnacht und soll generell auch zu kürzeren Wartezeiten in der Internen Ambulanz im Oberpullendorfer Spital beitragen.