Land Burgenland unterstützt Stammzellen-Aktion im KH Oberwart

4.06.18

In der südburgenländischen Bezirkshauptstadt fand die zweite von vier Stammzellen-Typisierungsaktionen in den landeseigenen KRAGES-Spitälern statt. Mit Hilfe einer Stammzellen-Spende können Menschen, die an Leukämie (Blutkrebs) erkrankt sind, mit hoher Wahrscheinlichkeit überleben.

„Das Land Burgenland steht zu seiner Verantwortung und unterstützt die derzeit laufende Stammzellen-Typisierungs-Aktion mit einer Summe von 7500 Euro“, diese Nachricht konnte Finanzlandesrat Hans Peter Doskozil am Freitag, dem Trägerverein der Aktion, „Leben spenden KMT“, im Krankenhaus Oberwart überbringen. Mit dieser Summe sind die Laborkosten von 150 Typisierungen gedeckt.

Die Aktion in Oberwart war ein voller Erfolg: Schon eineinhalb Stunden vor dem offiziellen Start um 10 Uhr bildeten sich die ersten Schlangen vor den Registrierungstischen. Eine Stunde nach Start hatten mehr Menschen in Oberwart eine Blutprobe nehmen lassen, als den ganzen Tag über bei der ersten Aktion. 

„Im Leben ändert sich alles, wenn man schwer erkrankt. So ein Schicksal habe ich zuletzt auch in meinem persönlichen Umfeld, in meiner Heimatgemeinde gesehen. Man kann aber mit relativ einfachen Mitteln persönlich helfen“, so Landesrat Doskozil bei einem Pressegespräch, „Eine Aktion wie diese tragen viel zum Zusammenhalt in der Gesellschaft bei. Es gehört daher zu den Aufgaben der Politik, so etwas mit allen Mitteln zu unterstützen.“ 

Walter Brenner vom Verein „Leben Spenden KMT“ berichtete bei der Pressekonferenz, dass in Österreich bisher in etwa 1,3 Prozent der Bevölkerung als mögliche Stammzellen-Spender registriert seien. In Deutschland seien es zehn Prozent. Er berichtet auch von zwei jungen Patienten, Leonhard aus dem Bezirk Oberwart und Max aus der Steiermark, die nach wie vor einen Spender suchen, und das weltweit. Obwohl 31 Millionen Menschen in allen Datenbanken der Welt registriert seien, sei noch kein Spender gefunden worden, dessen blutbildende Zellen einen passenden genetischen Code (HLA-Code)  hätten. „Vielleicht ist er heute dabei“, so Brenner, „vielen Dank jedenfalls an das Land und an die KRAGES für die Unterstützung.“ 

Die registrierten Spender und ihre HLA-Codes werden anonymisiert in eine Datenbank eingetragen. Auf die Daten haben alle Krankenhäuser, die weltweit Stammzellen transplantieren, Zugang. Sollte ein passendes Paar gefunden werden, dauert es nach einem medizinischen Check rund vier Stunden, um die Spende aus dem Blutssystem zu entnehmen. „Vier Stunden ruhig liegen können ein Menschenleben retten“, so Brenner. Typisieren werden Personen im Alter zwischen 17 und 45 Jahren. Sie sollten mindestens 50 Kilo wiegen.

Land Burgenland und KRAGES unterstützen den Verein „Leben Spenden KMT“ finanziell, aber auch mit den geeigneten Räumen und mit medizinischem Fachpersonal. Aufgrund des starken Andranges sprang in Oberwart sogar der Primar der Anästhesie und Intensivmedizin, Dr. Herbert Gruber, ein und half persönlich bei der Blutabnahme. Auch der für die KRAGES politisch zuständige Landesrat Hans Peter Doskozil ließ sich als Spender typisieren.

Die nächsten Typisierungsaktionen in KRAGES-Spitälern finden am 28. September in Kittsee sowie am 9. November in Güssing statt.