Land Burgenland vergibt Medizin-Stipendien

25.06.19

Für ein Studium der Humanmedizin an der Danube Private University (DPU) in Krems übernimmt das Land im Rahmen einer KRAGES-Kooperation ab sofort jedes Jahr für fünf Studierende mit Hauptwohnsitz im Burgenland alle Studiengebühren - vorausgesetzt man verpflichtet sich, danach im Burgenland als Dr. med. für eine bestimmte zeit tätig zu sein. Die Stipendien für das Wintersemester 2019/20 werden bis 26. Juli 2019 ausgeschrieben.

Zur Verbesserung der medizinischen Versorgung vergibt das Land Burgenland Stipendien an junge Menschen, die seit mindestens zwei Jahren den Hauptwohnsitz im Burgenland haben. Sie müssen sich vertraglich dazu verpflichten, nach dem Humanmedizinstudium an der Danube Private University (DPU) in Krems (NÖ) für mindestens 60 Monate entweder

  • als Ärztin/Arzt für Allgemeinmedizin mit Kassenvertrag im Burgenland oder
  • als Fachärztin/Facharzt für Anästhesiologie und Intensivmedizin, Allgemeinchirurgie, Orthopädie und Traumatologie, Innere Medizin oder für Kinder- und Jugendheilkunde in einer der burgenländischen Krankenanstalten 

tätig zu werden. Die Studiengebühren werden unter diesen Voraussetzungen vom Land Burgenland für die Stipendiaten übernommen. Die Jahresgebühr für dieses Studium (Dauer: sechs Jahre) beträgt üblicherweise 26.000 Euro.

Infos zum Zulassungsverfahren

Interssierte können sich an der DPU bis 26. Juli 2019 bei Anita Wimmer unter der Tel. 0676-842 419 380 oder per E-Mail unter anita.wimmer@dp-uni.ac.at informieren und anmelden. Das Zulassungsverfahren an der DPU (Feststellung zur Eignung für ein Medizinstudium) findet nach einem Aufnahmegespräch in Krems im heurigen Sommer statt. Die Vergabe der Stipendien richtet sich nach der Platzierung im Zulassungsverfahren.

Weitere Infos inklusive Formular-Downloads: https://www.burgenland.at/themen/gesundheit/medizinerinnen-und-medizinerfoerderungen/stipendien-fuer-ein-studium-an-der-danube-private-university/

KRAGES-Aufsichtsratsvorsitzender Hans Peter Doskozil: "Meilenstein in der Gesundheitspolitik"

Die Stipendienvergabe des Landes ist Teil einer umfassenden Vereinbarung, die die KRAGES mit der DPU geschlossen hat. Dies ist ein Teil der Maßnahmen, um die wohnortnahe ärztliche Versorgung für die Zukunft abzusichern. „Wir haben mit der Danube Private University eine Kooperationsvereinbarung getroffen, die bereits in der Landesregierung beschlossen wurde. Sie gibt uns seitens des Landes Burgenland die Möglichkeit, bereits ab Herbst 2019 pro Jahr fünf Studierende an diese Privatuniversität zu nominieren. Das ist ein Meilenstein in der burgenländischen Gesundheitspolitik - denn erstmals bietet das Burgenland für Burgenländer finanzierte Medizin-Studienplätze an, die in der Folge auch im Burgenland arbeiten werden“, so Landeshauptmann und KRAGES-Aufsichtsratsvorsitzender Hans Peter Doskozil. 

Konkret betrifft die Kooperation zwischen Land Burgenland und DPU, die mit 1. Juli 2019 in Kraft tritt, den Konsekutiven Bachelor- und Masterstudiengang Humanmedizin an der DPU Krems mit einer Studiendauer von 6 Jahren (plus 2 Toleranzsemester). Das Auswahlverfahren für die Bewerberinnen und Bewerber führt die Danube Private University nach den geltenden Kriterien durch. Zum Zug sollen pro Jahrgang die jeweils Bestgereihten kommen. Danach trifft das Land Burgenland mit den Nominierten eine vertragliche Vereinbarung, dass sie nach Absolvierung ihres Studiums fünf Jahre lang den Arztberuf im Burgenland ausüben müssen – entweder in einer burgenländischen Krankenanstalt oder als KassenvertragsärztIn im Landesgebiet.

Zusammenarbeit von KRAGES und DPU
Ab dem Wintersemester 2019/20 wird es außerdem eine enge Zusammenarbeit zwischen KRAGES und DPU in Sachen Forschung und Lehre geben – vor allem bei den klinischen Praktika. Denn im Rahmen der sechsjährigen Grundausbildung in Humanmedizin im Bachelor- und Masterstudiengang sind mehrere Praxis-Module zu durchlaufen: Studierende der DPU können den praktischen Unterricht künftig auch in Abteilungen der KRAGES-Krankenhäuser im Burgenland absolvieren. ÄrztInnen der KRAGES können zudem in die Erstellung von Masterthesen eingebunden werden.

KRAGES-Geschäftsführer Harald Keckeis: "Trainingscenter in Oberwart geplant"
KRAGES-Geschäftsführer Harald Keckeis erläutert: „Für die KRAGES ist die Vereinbarung mit der Danube Private University ein großer Schritt. Wir vernetzen unsere Standorte damit mit einer weiteren renommierten Lehreinrichtung. Wir erwarten uns einerseits einen Austausch von Studenten, aber auch, dass wir zukünftig ärztliches Personal für unsere vier Standorte bekommen. Wir erwarten uns aber auch insgesamt eine Attraktivierung unserer Standorte, insbesondere für unser Leitspital im Süden, das Krankenhaus Oberwart. Moderne medizinische und pflegerische Infrastrukturen treffen hier auf die typisch burgenländische Art der persönlichen Zusammenarbeit.“ Keckeis stellt außerdem in Aussicht: „Perspektivisch geplant ist ein Trainingscenter der Privatuniversität am Standort Oberwart.“ 

DPU-Präsidentin Brigitte Wagner-Pischel: "Internationales Netzwerk für das Burgenland"
 "Ich bin mir sicher, dass mehr Ärzte im Burgenland ihren beruflichen Standort als Landärzte oder Ärzte in der KRAGES finden werden“, erklärt dazu auch DPU-Präsidentin Hon.-Prof. Brigitte Wagner-Pischel und verweist auf einen Ausbildungsschwerpunkt für Zahnärzte an der DPU im vergangenen Jahrzehnt: „Recht viele davon sind bereits im Burgenland in eigener Praxis tätig, das wollen wir auch in der Humanmedizin auf den Weg bringen.“ Die DPU werde „ein internationales Netzwerk mit anerkannten Wissenschaftlern aus ganz Europa hier hinbringen.“

 

Medienberichte:

https://burgenland.orf.at/v2/news/stories/2902032/

https://www.bvz.at/burgenland/politik/kooperation-bei-medizin-burgenland-finanziert-studienplaetze-fuer-kremser-dpu-burgenland-krems-burgenland-gesundheitspersonal-donau-universitaet-krems-krages-151523395

https://kurier.at/chronik/burgenland/kooperation-mit-privatuni-soll-drohenden-aerztemangel-lindern/400528096