Minimal invasiv, maximal südburgenländisch

3.12.18

Dr. Martin Fabsits, Gynäkologie-Primar am KRAGES-Krankenhaus in Oberpullendorf und ein Pionier der minimal-invasiven Chirurgie in Österreich, organisierte mit Kollegen und Freunden einen bemerkenswerten OP-Workshop in Loipersdorf.

Zwei Dutzend Gynäkologinnen und Gynäkologen aus ganz Österreich und dem deutschsprachigen Ausland trafen sich am ersten Dezember-Wochenende an der Grenze zum Südburgenland, im Hotel Krainz in Loipersdorf zu Vorträgen und zum Operationstraining an Simulatoren. Organisiert wurde der kleine, aber feine Workshop vom Oberpullendorfer Primar Dr. Martin Fabsits und seinem ehemaligen „Schüler“ Dr. Rene Laky, heute Oberarzt an der Abteilung für Gynäkologie am Grazer Universitätsklinikum. Ziel ist eine moderne OP-Ausbildung genauso wie Werbung für das Südburgenland.

Oberarzt Laky ist geborener Güssinger, sein Vater stammt aus Moschendorf. Der bereits seit jungen Jahren in der heimischen Medizinerszene renommierte Gynäkologe sagt über den Workshop: „Wir wollten das unbedingt im Burgenland machen. Die Kolleginnen und Kollegen würden sonst vielleicht nie hier her kommen. Alle sind begeistert von der Gegend und der Gastfreundlichkeit hier. Das ist ja einer der Erfolgsfaktoren.“

Nicht so einfach zu erlernen

Gemeinsam mit seinem Schulfreund, dem aus Güssing stammenden Klosterneuburger Kommunikationsberater Mario Szvetits, und seinem früheren Primar Dr. Fabsits (gebürtig in Neuberg bei Güssing/Nova Gora) organisiert Laky daher seit mehreren Jahren hier Fachworkshops für Operateure im gynäkologischen Bereich. „Die Laparoskopie, also die Bauchspiegelung, ist eine Domäne der Gynäkologie, wir waren die ersten die so minimal-invasiv zu operieren  begonnen haben“, sagt Martin Fabsits. Als junger Arzt hat er, noch bevor er ans KRAGES-Spital in Oberpullendorf gekommen, Pionierarbeit geleistet, gegen viel Widerstand der etablierten Ärzteschaft. Er operierte österreichweit etwa die erste Eileiterschwangerschaft mit der Knopfloch-Chirurgie.

Fabsits über seine Erfahrungen: „Der Zugangsweg ist nicht einfach zu erlernen, weil wir im dreidimensionales operieren aber auf dem Bildschirm ein zweidimensionales Bild haben. Aber irgendwann macht es klick und man kann es. Aber es ist, wenn man so will, demokratisches Operieren, weil beide Operateure gleichwertig auf Augenhöhe miteinander arbeiten müssen, nicht so wie bei der offenen Methode, bei der einer operiert, der andere assistiert.“

Wie die Piloten trainieren

Beim Workshop in Loipersdorf waren mehrerer Simulatoren, so genannte Pelvi-Trainer, aufgestellt. Die Kollegenschaft operierte vor den Flat-Screens in Zweierteams, wie im OP-Saal – an Schweineblasen und Schweinedärmen, schnitt diese auf, vernähte sie wieder. Laky: „Ähnlich wie die Piloten verwenden wir auch Simulatoren.“ Man wolle Kolleginnen und Kollegen die Möglichkeit bieten, ausreichend am Trainer zu üben, bevor sie das erste Mal einem erfahrenen Kollegen im OP-Saal assistieren.

Auch Dr. Viktoria Handler, kam von der Semmelweis-Klinik in Wien ins KRAGES-Haus nach Oberpullendorf, um bei Primar Fabsits ihre OP-Fähigkeiten weiter zu verbessern. „Ich wollte ein Jahr bleiben, mittlerweile sind es drei und ich wohne bereits in Eisenstadt“, berichtet die Wienerin, die ebenfalls einen Vortrag beim Workshop gehalten hat. Zum Vergleich der Ärzteausbildung in großen und kleinen Spitälern sagt sie: „An einer Uniklinik sehe ich viel, komme aber kaum selbst zum Operieren. Und mein Chef kann es sehr gut, und vermittelt es auch mit Freude.“

Nach dem Workshop übrigens bat Agenturbesitzer Mario Szvetits zur Uhudler-Verkostung. Gekeltert wurde der Wein von seiner Mutter Brigitte.

Rückfragehinweis: Mag. Leo Szemeliker, KRAGES-Öffentlichkeitsarbeit, 06642822500