Neue Kooperation: „Gemeinsam sicher im Krankenhaus“

21.01.21

Das Krankenhaus der Barmherzigen Brüder Eisenstadt, die KRAGES-Spitäler und die Landespolizeidirektion Burgenland haben eine Vereinbarung unterzeichnet, auf deren Basis die Partner gemeinsam Präventivmaßnahmen gegen verbale und körperliche Gewalt in Krankenanstalten setzen und für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter neue Schulungsmöglichkeiten anbieten wollen.

„Gemeinsam sicher im Krankenhaus“ nennt sich die neue Kooperation der Spitalsträger mit der Exekutive im Rahmen der Initiative „Gemeinsam.Sicher“. Den entsprechenden Kooperationsvertrag haben KRAGES-Geschäftsführer Hubert Eisl, der Gesamtleiter des Krankenhauses Barmherzige Brüder Eisenstadt, Robert Maurer und Burgenlands Landespolizeidirektor Mag. Martin Huber am 21. Jänner 2021 in Eisenstadt unterschrieben.

„Gewalt geht gar nicht“
 „Eine Einlieferung in die Notaufnahme oder eine medizinische Behandlung in einem Krankenhaus kann bei Patienten und deren Angehörigen körperliche oder seelische Ausnahmesituationen auslösen. Lange Wartezeiten, psychiatrische Erkrankungen, Einfluss von Alkohol oder Drogen, aber auch Verständigungsprobleme sind persönlich empfundene Wahrnehmungen, die sich in Stresssituationen noch verstärken können. Solche persönlichen Unzufriedenheiten bei einem Krankenhausaufenthalt äußern sich gelegentlich in körperlicher oder verbaler Gewaltausübung gegenüber den Krankenhausmitarbeitern. Ein respektvoller Umgang miteinander ist jedoch eine Grundhaltung, die wir von Mitarbeitern ebenso erwarten, wie von Patienten und deren Angehörigen,“ stellt Direktor Robert Maurer fest.

„Unsere Mitarbeiter sind uns wichtig und wir haben auf ihre Sicherheit am Arbeitsplatz zu achten. Bei allem Verständnis für persönliche Ausnahmesituationen und teilweise blank liegende Nerven bei Patienten oder Angehörigen müssen wir ganz klar sagen: Gewalt im Krankenhaus wird nicht toleriert – egal ob es sich um verbale oder körperliche Gewalt handelt.“ schlägt Hubert Eisl in dieselbe Kerbe.

Diese neue Aufklärungskampagne, die nun in Kooperation mit der Polizei und den Burgenländischen Spitälern landesweit startet, ist ein wichtiger Schritt. Die Polizei fungiert als Ansprechpartner für sicherheitsrelevante Anliegen der Krankenhausmitarbeiter. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Krankenhäuser erhalten verstärkt Schulungen von der Polizei, wie sie mit Konflikten und verbalen Übergriffen umgehen, wie sie sich selbstbewusst Verhalten und Situationen deeskalieren können – und auch wie sie sich gegen körperliche Gewalt schützen können. In regelmäßigem Austausch werden zukünftig gemeinsam Lösungen für Sicherheitsvorkehrungen weiterentwickelt.

„Für einen Mitarbeiter und eine Mitarbeiterin ist es immer wichtig, im Beruf auch Handlungssicherheit und Wissen über nicht alltägliche Aufgabenbereiche zu haben. Und vor allem in exponierten Berufen, wie bei der Polizei oder auch in Spitälern gibt es immer wieder auch einzelne Herausforderungen, die oft belastend wirken. Und solche Herausforderungen können sein, wenn man als Spitalsmitarbeiterin den Patient*innen, aber auch Besucher*innen gegenübersteht, die sich in schwierigen Situationen befinden, die sich dabei aggressiv verhalten.

Es gibt aber auch wiederholt Herausforderungen, wenn man Patient*innen behandelt oder mit ihnen ins Gespräch kommt, die offenbar Opfer von Gewalt geworden sind. Und auch das sind Momente, wo es gilt, die richtigen Worte zu finden und die richtigen Maßnahmen zu setzen.

Und genau diese Herausforderungen waren immer wieder Thema des Spitalspersonals bei Einsätzen, bei Gesprächsterminen mit der Polizei. Deshalb wollen wir mit unserem Fachwissen unterstützen, wir wollen hier Gespräche, Schulungen bis hin zu Verhaltenstrainings anbieten. Darum ist dieses „Gemeinsam.Sicher“-Projekt, das flächendeckend eine Sicherheitspartnerschaft mit den Spitälern des Burgenlandes darstellt auch so wichtig für die Polizei: es geht um eine Intensivierung der Bürgerbeteiligung, um die Erhöhung des subjektiven Sicherheitsgefühls und um Vertrauen schaffen“, unterstreicht Martin Huber die Bedeutung der Kooperation.


Neue Plakatkampagne – Gewalt? Sicher nicht!

Die Öffentlichkeit wird mit neuen Plakaten auf die Kooperation aufmerksam gemacht. Die Zeichnung für die Plakate stammt vom Ruster Karikaturisten Gerald Koller, bekannt als Geronimo. Er war selbst Polizist und kennt Eskalationsszenarien aus seiner beruflichen Erfahrung.
Mit den Plakaten wird klar gemacht, dass jede Art von Gewaltanwendung im Krankenhaus abgelehnt wird und ausnahmslos die Polizei eingeschaltet wird.

„Wir sind froh, dass wir zwischen dem Krankenhaus Barmherzige Brüder, der KRAGES und der Landespolizeidirektion diese neue Vereinbarung treffen konnten, mit der wir uns zu mehr Zusammenarbeit verpflichten und unsere Kolleginnen und Kollegen nach dem neusten Stand der Erkenntnisse schulen und trainieren. Das ist uns immer ein Anliegen, ob in einer Krise oder im Normalbetrieb“, so die Vertreter der kooperierenden Institutionen, Hubert Eisl, Robert Maurer und Martin Huber, abschließend unisono.