So wird die KRAGES bio

12.04.19

Die Burgenländische Krankenanstalten-Ges.mb.H. ist bereits mitten in der Bio-Wende, so wie es die Ziele für alle landeseigenen Betriebe im Burgenland vorsehen. Die ist sogar schon weiter: Bis Jahresende plant die KRAGES, ihren Bio-Anteil bei den eingekauften Lebensmitteln zu verdoppeln. Bio-Qualität ist für die KRAGES ein Mehrwert.

Der Gegenwert von gut drei Einfamilienhäusern wird pro Jahr von den landeseigenen Spitälern für Lebensmittel ausgegeben, nämlich rund 1,1 Mio. Euro. Seit dem Vorjahr schauen die KRAGES-Einkäufer auch bewusst darauf, dass darunter immer mehr Bio-Lebensmittel sind. Daher sind es derzeit bereits etwas mehr als 20 Prozent, bezogen auf den Einkaufswert. 
 
Mag. (FH) Harald Keckeis, MPH, LL.M., Geschäftsführer der KRAGES, sagt: „Unser Ziel ist es, den Bio-Anteil bis Jahresende 2019 auf 40 Prozent zu steigern. Damit kommen wir dem von unserem Eigentümer für 2020 gewünschten Wert schon jetzt ziemlich nahe.“ Das Land Burgenland hat im November des Vorjahrs als mittelfristiges Ziel beschlossen, im Land und in den Landesbetrieben bis 2021 einen Bio-Anteil von 50 Prozent zu erreichen.

Bio-Land
Begonnen hat die KRAGES zunächst mit dem Kauf von Milch und Milchprodukten in Bio-Qualität. Hier wurde darauf geschaut, dass die Molkerei bei burgenländischen Bio-Bauernhöfen die Milch bezieht. 
 
Derzeit – rund um Ostern – stellt man nun auf Bio-Eier um. Hier wird ebenfalls drauf geschaut, dass burgenländische Betriebe als Lieferanten garantiert sind. 
 
Burgenländische Lieferanten sind das Ziel, sind aber nicht immer möglich, wie etwa beim in den Spitälern ausgeschenkten Kaffee, der ebenfalls schon aus kontrolliertem biologischen Anbau stammt. 
 
Um die angepeilten Bio-Ziele zu erreichen, sind in den nächsten Monaten folgende Warengruppen zur Bearbeitung vorgesehen:  Rindfleisch, Frischgemüse und Obst, Butter, Reis, Mehl, Gebäck und Brot sowie Tee.

Bio-Chancen
Die KRAGES kauft Lebensmittel zentral ein, wo es sinnvoll ist, ist aber mit den Küchenteams in den Spitälern in Oberwart, Güssing und Oberpullendorf auch abgestimmt, was lokale Lieferanten betrifft. In Kittsee ist die Speisenversorgung ausgelagert, hier kooperieren wir mit dem lokalen Pflegeheim.
 
Bei der Umsetzung der Bio-Strategie achtet die KRAGES auf folgende Vorgaben und Rahmenbedingungen:

  • Als öffentliche Auftraggeberin ist die KRAGES dem Bundesvergabegesetz 2018 verpflichtet.
  • Die KRAGES hat sehr hohe, dem Spitalswesen immanente, Qualitätsanforderungen an die zu beschaffenden Produkte.
  • Spitalsküchen kochen an sieben Tagen die Woche, zu fixen Zeiten. Die Lieferanten der KRAGES müssen daher eine 100-prozentige Versorgungssicherheit garantieren können.
  • Die KRAGES berücksichtigt gerade bei den Lebensmitteln im Rahmen der gesetzlichen Möglichkeiten regionale und lokale Anbieter. Bei der Entwicklung des Bio-Angebots im Burgenland ist die KRAGES als Landesbetrieb mit den meisten Mitarbeitern ein wichtiger Ansprechpartner für Lieferanten.
  • Die KRAGES-Direktion arbeitet bei der Auswahl der Lieferanten eng mit den Küchenteams der drei Spitäler zusammen, die eigene Küchen betreiben. Aber es werden auch gemeinsame Einkaufsmöglichkeiten konzernübergreifend mit der Landesholding und anderen Landesbetrieben gesucht.

Bio-Mehrwert
Eine wesentliche Frage ist: Ist Bio teurer?  Hier gibt es zwischen den einzelnen Warengruppen deutliche Unterschiede. In manchen Warengruppen bedeutet die Umstellung keine bzw. wenig Mehrkosten, während in anderen Warengruppen deutliche Mehrkosten im Vergleich zu konventionellen Produkten anfallen. 
 
Geschäftsführer Harald Keckeis: „Qualität ist ein Mehrwert. Den lassen wir uns etwas kosten. Wir wollen in den Landespitälern unseren Patientinnen und Patienten, und natürlich auch den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern Bioqualität bieten.“

Bio-Geschmack
Bio schmeckt. Das zeigt die Eierspeis, die Küchenchef Gerald Lagler am Donnerstag, 11. April, bei der ersten KRAGES-isst-Bio-Aktion vor dem Eingang des Krankenhauses Oberwart zubereitet hat.

Bio-Logo
Manchmal schmeckt Bio auch anders als herkömmliche Produkte. Oder es gibt andere Fragen. Der KRAGES ist dies selbstverständlich bewusst. Daher braucht das Thema nach wie vor viel Information, viel Aufmerksamkeit und mitunter auch noch Erklärungen: Zur Kennzeichnung der neuen Bio-Strategie und den künftig kommenden Informationen und Aktionen hat die KRAGES deswegen jetzt auch ein eigenes Logo entwerfen lassen.

Foto: v.l.n.r. Landeshauptmann Mag. Hans Peter Doskozil, Martina Philipp, Mitarbeiterin des KH Oberwart, Landesrätin Mag. Astrid Eisenkopf, KRAGES-Geschäftsführer Mag. (FH) Harald Keckeis, MPH, LL.M.