„Wir merken in den Spitäler sehr schnell, wenn zu viele Personen zu nachlässig werden.“

21.12.20

Premiere in der KRAGES-Öffentlichkeitsarbeit: Zum ersten Mal haben die burgenländischen Landesspitäler Journalistinnen und Journalisten knapp vor Weihnachten noch über aktuelle Themen informiert. Im Mittelpunkt stand der Appell: Bitte weiter vorsichtig bleiben. Die Patientinnen und Patienten in den Krankenhäusern, vor allem jene mit schweren CoVid-Verläufen in den Intensivstationen, brauchen die Disziplin und die Vorsicht der Menschen draußen.

Geschäftsführer Huber Eisl, Pflegedirektorin Bianca Puntigam vom Spital in Güssing sowie Pflegedirektor Andreas Schmidt vom Krankenhaus Oberwart berichteten am 21. Dezember den Vertreterinnen und Vertretern der burgenländischen Medien über die CoViD-Lage in den Normalstationen und Intensivstationen, über die Maßnahmen, die gesetzt worden sind, um das Infektionsgeschehen in den Häusern faktisch auf null zu setzen.

„Es ist richtig knapp geworden“
Alle drei appellierten an die Bevölkerung: „Es ist wichtig, weiterhin auch über die Weihnachtsfeiertage, nicht zu vergessen. Masken tragen, Kontakte vermeiden, Hände waschen – auch wenn es schwerfällt. Denn jede Nachlässigkeit draußen spüren wir mit einer kurzen Verzögerung sofort eins zu eins in den Spitälern.“ Die Lage habe sich etwas entspannt, so Hubert Eisl, die Zahlen lägen in etwa bei der Hälfte als zu Spitzenzeiten der zweiten Welle, „als es richtig knapp geworden ist.“ Aber: „Es ist noch nicht vorbei, es ist nach wie vor herausfordernd.“ Zu den bevorstehenden Impfungen sagt der KRAGES-Chef: „Ich werde mich impfen lassen, hoffe viele Menschen werden dem folgen.“

Bianca Puntigam ergänzte: „Die Lage ist derzeit stabil, wir haben ausreichend Kapazitäten. Aber nach wie vor ist das Nadelöhr die Intensivstation. Vor allem in kleineren Häusern ist es so, dass wir sofort das OP-Programm stoppen müssen, wenn die Anzahl der CoVid-Patienten wieder stark zunimmt.“
Die Situation sei seit Monaten nunmehr für die Medizin und die Pflege sehr herausfordernd: „Das schaffen wir nur, weil so viel Einsatzbereitschaft da ist. Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter leisten großartiges.“

„Wir sehen im Spital die schwersten Fälle“
„Wir bitten auch um Verständnis für unsere Situation“, so die Güssinger Pflegedirektorin. „Im privaten Bereich sieht man vielleicht nur leichte Verläufe oder symptomlose Infizierte. Wir im Spital sehen die schwersten Fälle.“
Andreas Schmidt sagte: „Es gibt auch eine leichte Entspannung im KH Oberwart und wir haben auch viel dazugelernt. Wir wissen, dass unsere umfangreichen Schutzmaßnahmen greifen. In den Spitälern sind die Ansteckungen zwischen Personal und Patienten oder zwischen den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern auf null gesunken. Wenn wir Infektionen oder Kontaktpersonen registrieren, dann haben sich die im privaten Bereich angesteckt.“

Vorbereitet auf dritte Welle
Sollte eine dritte Welle kommen, zeigten sich die beiden Pflegemanager vorbereitet, von der Organisation wie auch vom Personal her – auch wenn es schwierig ist, in einen hochtechnisierten Bereich wie Intensivpflege und Intensivmedizin zusätzliches Personal zu finden. Es konnten aber Kolleginnen und Kollegen zusätzlich eingesetzt werden, die bereits Erfahrung im Intensivbereich haben oder die aus der Pension zurückgekommen sind – nicht direkt ans Patientenbett, aber immerhin für Vorbereitung von technischem Gerät und ähnlichem. Trotzdem, der Appell zur Vorsicht und Disziplin können nicht oft genug wiederholt werden: „Wir merken in den Spitäler sehr schnell, wenn zu viele Personen zu nachlässig werden.“ Das gelte gerade auch für Weihnachten und Silvester.